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Rot-Wei�-Rot bis in den Tod - Die Heimwehrbewegung in �sterreich
Anmerkung: Hier handelt es sich um einen weiteren Artikel aus der Konkursmasse des "Europakreuz", der uns vom Verfasser freundlicherweise zur Verf�gung gestellt wurde. --- Richard Schapke
Mit dem Zusammenbruch der Mittelm�chte Deutschland und �sterreich-Ungarn im Herbst 1918 zerbrach das habsburgische Vielv�lkerreich in seine nationalen Bestandteile. Wie ihre n�rdlichen Landsleute, so fielen auch die Deutschen in �sterreich auf die wohlklingenden US-L�gen vom "Selbstbestimmungsrecht der V�lker" herein. W�hrend die deutschen Gebiete im Sudetenland, in S�dtirol, Ungarn und Slowenien von den Siegern besetzt wurden, entstand in Wien eine Republik, die vergebens den Anschlu� ans Reich suchte. Dieser amputierte Rumpfstaat, abgeschnitten von seinen wichtigsten Agrar- und Industriegebieten, war nicht lebensf�hig. Die politischen Entscheidungen f�llten die beiden gro�en Parteien der Sozialisten und der Christlichsozialen.
Als Gegengewicht zu den sozialistischen und kommunistischen Milizen in den St�dten entstanden ab November 1918 auf dem Land rechtsgerichtete Wehrverb�nde, Heimatschutz oder Heimwehr genannt. Sie sollten �bergriffe heimkehrender Soldaten oder entlassener Kriegsgefangener verhindern. Eine wichtige Triebkraft des Aufbaus war die Abneigung gegen das "rote Wien" und die als parasit�r empfundene Zentralregierung, die zur Beruhigung der hungernden Massen der Hauptstadt Lebensmittel beschlagnahmen lie�. Da von S�dosten her, aus dem Staat der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS-Staat, sp�ter Jugoslawien genannt), infolge unklarer Volkstumsgrenzen Gefahr zu erwarten war, wurden die in K�rnten und der Steiermark stehenden Einheiten auf Befehl der Regierung bewaffnet und von kriegserfahrenen Offizieren organisiert. Zusammenst��e mit Linken waren fortan Dauerzustand.
Hier taten sich von Anfang an der Anwalt Walter Pfrimer und sein Stabschef Oberleutnant Hanns Albin Rauter (der sp�tere H�here SS- und Polizeif�hrer in den Niederlanden) hervor. Die Standarten ihrer Verb�nde zeigten das Hakenkreuz und Schwarz-Wei�-Rot, der Kampf galt Marxismus, Judentum und Demokratie. Ziele waren die Schaffung eines autorit�ren Staates und der Anschlu� an Deutschland. Pfrimers M�nner durften keiner Partei angeh�ren. �hnlich sah es in Tirol unter Richard Steidle aus. Neben Bauern waren auch Studenten und Offiziere stark vertreten. Von Anfang an wurden die Heimwehren nur auf regionaler Basis aufgebaut und litten unter den Rivalit�ten der lokalen F�hrer. Eine einheitliche politische Ausrichtung fehlte ebenfalls, wenn man einmal vom Grundnenner absieht.
Die erste Bew�hrungsprobe kam, als am 5.12.1918 die K�rntner Landesversammlung den bewaffneten Widerstand gegen die eindringenden SHS-Truppen beschlo�. Ziel der Invasoren war es, die slowenisch besiedelten Gebiete �sterreichs an sich zu bringen. Anfang Januar mu�ten sie jedoch nach empfindlichen Niederlagen in einen Waffenstillstand einwilligen. Der SHS-Staat nutzte die Ruhepause, um die Selbstbestimmungsforderungen der Volksdeutschen in Krain, Kroatien und Slawonien (fast 180.000) zu unterdr�cken.
Es folgte eine Radikalisierung der Heimwehren insgesamt, die auf den sozialistischen Wahlsieg vom 16.2.1919, den von allen Parteien mehr oder weniger offen vertretenen Antisemitismus und vor allem die R�terepubliken in Ungarn und Bayern zur�ckzuf�hren war. Zur gleichen Zeit, als im Norden die deutschen Freikorps zum Marsch auf das rote M�nchen antraten, brachen die SHS-Truppen am 29.4. den Waffenstillstand. Freiwillige aus Deutschland, Tirol und der Steiermark str�mten herbei, um die Reihen der Heimwehr im K�rntner Abwehrkampf zu st�rken. Nach Anfangserfolgen machte sich das zahlenm��ige �bergewicht der Invasoren bemerkbar, und die Heimwehr mu�te sich �ber die Drau zur�ckziehen. Am 6.6. stand der Gegner in Klagenfurt, aber nun griffen die dem SHS-Staat nicht wohlgesonnenen Italiener ein und erzwangen die Einstellung der Operationen.
Am 2.9.1919 segnete der Staatsvertrag von Saint-Germain die Schaffung �sterreichs ab. S�dtirol und das Kanaltal fielen an Italien, die S�dsteiermark mit Marburg und das Mie�tal an den SHS-Staat sowie Feldsberg und B�hmzell an die Tschechen. Das bisher ungarische Burgenland wurde im Gegenzug �sterreichisch. Im Klagenfurter Becken sollte eine Volksabstimmung �ber die Staatszugeh�rigkeit entscheiden. Der Staatsname Deutsch-�sterreich mu�te in �sterreich ge�ndert werden, der Anschlu� an Deutschland blieb verboten. Vergebens protestierte der Sozialist Karl Renner gegen die Abtretung des Sudetenlandes und den Schandvertrag. Der weitgehend entwaffnete Staat verpf�ndete gegen alliierte Lebensmittellieferungen das Bauholz, die Salzbergwerke, alles st�dtische Eigentum, den Staatsbesitz und die Goldreserven. Immerhin stimmte in K�rntens Zone A die Bev�lkerung 1920 mehrheitlich f�r �sterreich, so da� weitere Trennungsversuche unterblieben.
Mittlerweile lief in ganz �sterreich die Bildung der Heimwehren auf Hochtouren. Angesichts der R�stungsbeschr�nkungen dr�ckte die Regierung beide Augen zu. Aufgrund ihrer disziplinierteren Struktur hatten die Heimwehren einen wesentlich gr��eren politischen Einflu� als die deutschen Freikorps. Vor allem in der Steiermark erhielten sie Unterst�tzung durch den Landeshauptmann Anton Rintelen. Am 1.11.1919 schlossen sich verschiedene Rechtsgruppen zur Gro�deutschen Volkspartei zusammen. Das Programm sprach sich scharf gegen die Monarchie aus. Republik und Privateigentum wurden anerkannt, wobei Ausw�chse des Kapitalismus bek�mpft werden sollten. Neben eine Bodenreform trat die L�sung der Judenfrage nach rassischen Gesichtspunkten. Auch in der Christlichsozialen Partei waren Antisemitismus und Antikommunismus weit verbreitet. Beide Parteien hatten also Ber�hrungspunkte zu den Heimwehren.
Ab Februar 1920 kn�pften die Milizion�re Verbindungen zum rechten Untergrund in Deutschland. Die deutschen Einwohnerwehren (Organisation Escherich) gaben Waffen nach �sterreich ab. F�r die Kontakte war die Organisation Kanzler Orka geschaffen worden, in der Major H�rl als Verbindungsmann der Reichswehr sa�. Man strebte eine gemeinsame Front gegen das rote Wien an, um den Anschlu� zu f�rdern und monarchistische Tendenzen zu bek�mpfen. Vor allem Salzburg, Vorarlberg und Tirol lie�en sich eng mit den deutschen Kameraden ein. Gerade in Tirol konnten die Heimwehren auf den traditionellen, auch von den Alliierten nicht angetasteten Sch�tzenkompanien aufbauen. Nach dem Kapp-Putsch in Deutschland setzten sich zahlreiche Teilnehmer nach �sterreich ab und bewirkten eine deutliche Radikalisierung des gro�deutschen Fl�gels. Hier tummelten sich bald u.a. Major Waldemar Pabst (verwickelt in den Mord an Liebknecht und Luxemburg) und Oberst Max Bauer (die rechte Hand Ludendorffs). Bald darauf ersuchte der christlichsoziale Politiker Ignaz Seipel das ungarische Horthy-Regime um Unterst�tzung der Heimwehr.
Sp�testens im Sommer 1920 spaltete sich die Bewegung in einen radikalen gro�deutschen (Pfrimer, Rauter und der K�rntner Milit�rbefehlshaber H�lgerth) und einen gem��igten christlichsozialen Fl�gel. Die rivalisierenden Gruppen schwankten zwischen verschiedenen F�hrern der rechten Szene in Deutschland hin und her, was die Lage noch un�bersichtlicher machte. Gelder kamen aus M�nchen sowie vom �sterreichischen Gro�grundbesitz. Eine Frucht der Zusammenarbeit war der Einsatz von Heimwehrkompanien aus Tirol und der Steiermark beim Volkstumskampf in Oberschlesien 1921. In Tirol konnte Steidle seine Verb�nde als eine Art Sondermiliz im Einvernehmen mit der christlichsozialen Regierung installieren.
Im Sommer 1921 versch�rften sich die Spannungen zwischen den Fl�geln. Die Gem��igten lehnten alle Kontakte zur Orka oder zur Reichswehr ab. In der Steiermark hatte Pfrimer begonnen, die christlichsozialen Waffenlager auszur�umen, und auch K�rnten stand weitgehend unter v�lkischer Kontrolle. In klerikalen Kreisen stellte man sich mittlerweile gegen den Anschlu� an Deutschland. Die Beh�bigkeit vieler Gem��igten stand im krassen Gegensatz
zum Aktivismus der Rechten. Vergebens bem�hte sich Steidle im Sommer 1922 um eine gemeinsame Linie der Verb�nde, vor allem, weil mit Seipel ein Sympathisant der Bewegung Kanzler einer Koalition aus Klerikalen und Gro�deutschen war. Immerhin konnte Steidle erreichen, da� die Industrie �ber das B�ro Seipels Unterst�tzungsgelder zahlte. Der Kanzler wollte die rechten Milizen zu einer latenten B�rgerkriegsarmee vereinen, um so die Linke in Schach zu halten. Es entstand ein Koalitionsausschu�, den Steidle zur Errichtung eines autorit�ren Systems auf au�erparlamentarischem Wege nutzen wollte. Die V�lkischen lehnten jedoch jede Zusammenarbeit mit dem Erf�llungspolitiker Seipel ab, und Steidle scheiterte im November mit der Einrichtung eines L�nderausschusses als F�hrungsgremium� - nicht zuletzt am Widerstand Seipels, der die Heimwehr von der Macht fernhalten wollte.
Nach mehreren Zusammenst��en mit der Heimwehr bildeten die Sozialisten am 19.2.1923 den Republikanischen Schutzbund als Parteimiliz. Im April wurde Steidle von den meisten Heimwehreinheiten als Bundesf�hrer anerkannt und setzte eine Distanzierung zu den gef�hrlichen Putschpl�nen in Bayern durch. Zu dieser Zeit vergr��erte das Einsickern nationalsozialistischer und faschistischer Gruppen in die Bewegung das Chaos weiter. Diese Elemente und die V�lkischen betrachteten Steidle mittlerweile als Verr�ter.
Die mangelnde politische und finanzielle Unterst�tzung durch das System - trotz einer klerikal-gro�deutschen Regierung - hatte Konsequenzen. Am 9.8.1926 schlug Steidle bei der Einweihung eines Kriegerdenkmals in Brixlegg erstmals radikale T�ne an: Eine Welle der Unzufriedenheit gehe durch die Reihen der Rechten. Steidle griff den Parlamentarismus scharf an und erkl�rte die Demokratie zur Regierung der Mehrheit durch eine korrupte Minderheit. Noch im gleichen Monat statteten Pfrimer und Rauter in M�nchen Adolf Hitler einen Besuch ab und begr�ndeten das gute Verh�ltnis der steirischen Heimwehr zur NSDAP. Am 27.10. forderte Steidle in Innsbruck auf einem Treffen von Heimwehr, Frontk�mpferverband, Oberland und v�lkischen Gruppen als Mittel gegen den Sozialismus die nationale Revolution, eine deutliche Anleihe beim Vokabular der radikalen Rechten in Deutschland.
Als Reaktion auf ein linksgerichtetes Klassenkampfprogramm der Sozialisten gaben sich die Christlichsozialen im November 1926 ein neues Programm mit vagem st�ndestaatlichen Konzept, was die Hoffnungen der Heimwehr auf eine �nderung in ihrem Sinne verst�rkte. Pfrimer verselbst�ndigte sich weiter und schlo� am 3.7.1927 ein Kooperationsabkommen mit Hitler.
Nachdem eine Gruppe von Frontk�mpfern, die in Schattendorf in Notwehr das Feuer auf eine Horde von Linken er�ffnete und f�nf Menschen t�tete, freigesprochen wurde, eskalierte die gespannte innenpolitische Lage. Am 15.7.1927 wurde im Rahmen einer Protestdemo in Wien der Justizpalast niedergebrannt. Als die Feuerwehr am L�schen gehindert wurde, gab Polizeipr�sident Johannes Schober Schie�befehl. Die Linke antwortete mit einem Verkehrsstreik, der vor allem in Tirol und der Steiermark von den Heimwehren mit der Pr�zision eines Uhrwerks zerschlagen wurde. Insgesamt fanden� 89 Menschen (darunter 4 Polizisten) den Tod. Es gab 660 Schwer- und 1000 Leichtverletzte. Als Folge der Ereignisse hatten die Heimwehren massiven Zulauf aus den verunsicherten Schichten des Kleinb�rgertums und der Bauern.
Die Ereignisse erweckten die Aufmerksamkeit des nahen Auslandes. Mussolini und das autorit�re Ungarn kamen im April 1928 �berein, mit Hilfe der Heimwehren eine Rechtsregierung zu installieren. �ber Budapest versorgen die Italiener die Bewegung mit Waffen und Geldmitteln. Steidle teilte den neuen Verb�ndeten mit, die mittlerweile 150.000 Mann starke Heimwehr werde die b�rgerliche Regierung zwingen, eine autorit�re Verfassung einzuf�hren.
Die Bewegung wollte in der Politik mitreden und sich nicht mehr als Kettenhund der Reaktion mi�brauchen lassen.
Aus der Masse der Mitglieder wurden die Aktivisten herausgefiltert und in Sturmformationen zusammengefa�t. Die Als Gegenleistung forderte Mussolini eine Verzichtserkl�rung der Heimwehr auf S�dtirol. Auch mit dem Stahlhelm und Hugenbergs DNVP nahm Steidle Kontakt auf.
Am 15.7.1928 wurde Richard Steidle zum Bundesf�hrer der Heimwehr gew�hlt. Als Stabschef stand ihm Waldemar Pabst zur Seite, als Stellvertreter Walter Pfrimer. Erneut setzte das Intrigenspiel mit Seipel ein. Der Christlichsoziale sicherte Hilfe gegen die Linke zu, w�nschte aber keine Machtbeteiligung der Heimwehr. Polizeipr�sident Schober schaltete sich ein und nahm eine deutlich radikalere Haltung ein. Er ermuntert Steidle zum aktiven Vorgehen gegen die Roten. Die Heimwehr bereitete sich auf einen Schlag gegen den Schutzbund vor, damit ein Direktorium aus der Bundesf�hrung und Schober die Macht �bernehmen kann.
Mit gro�en Aufm�rschen (so am 7.10. in Wiener Neustadt oder am 12.11. in Innsbruck) versuchte man, die Linke zum Waffengang zu provozieren. Wieder einmal zeigte sich Pfrimer am radikalsten und verst�rkte sich durch Pl�nderung der Grazer Polizeidepots. Im Februar 1929 verglich Steidle gar den Kampf gegen die "Judenregierung" mit der T�rkenschlacht von 1683. Gegen die Bedrohung des b�rgerlichen Staates erhob sich auch in den Reihen der Christlichsozialen und Gro�deutschen Widerstand. Mehr als gelegentliche Stra�enschlachten mit der Linken kamen aber nicht zustande, und in Rom wurde Mussolini allm�hlich ungeduldig.
Da Steidle nicht entschlossen genug war, konnte sich der Aufstieg eines neuen Hoffnungstr�gers vollziehen. Am 31.7.1929 wurde Ernst R�diger F�rst Starhemberg wird zum F�hrer der ober�sterreichischen Heimwehr gew�hlt, was eine schwere Niederlage f�r die Christlichsozialen darstellte. Starhemberg k�mpfte 1921 am Annaberg, schlo� sich Oberland an und diente nach dem Hitlerputsch als Zeitfreiwilliger in der Schwarzen Reichswehr. Unter dem energischen neuen Mann nahm der Verband einen raschen Aufschwung. In allen Kreisen wurden sogenannte J�gerbataillone als mobile Eliteformationen aufgestellt. Hier handelte es sich um regelrechte milit�rische Einheiten mit guter Ausr�stung, die weit mehr leisten konnten, als nur die Exekutive zu unterst�tzen. Starhemberg strebte an, aus dem spie�b�rgerlichen Haufen eine Elite von 40-50.000 Mann herauszuziehen, um mit diesem Machtinstrument politischen Ideologien Nachdruck zu verleihen.
Bedeutend war ein Zusammensto� mit Linken am 19.8.1929 in V�sendorf bei Wien. Der hier get�tete Heimwehrmann Franz Janisch war Nationalsozialist und gilt als der erste Blutzeuge der NS-Bewegung in �sterreich.
Der z�gerliche Steidle bekam weiterhin nichts zustande. Seipel nutzte im September den Heimwehrfl�gel der Christlichsozialen aus, um seinen innerparteilichen Konkurrenten Streeruwitz zu st�rzen und eine neue Regierung unter dem parteilosen Schober zu installieren. Heeresminister Carl Vaugoin wurde Vizekanzler. Die Heimwehren� vertrauten dem neuen Kanzler und erwarteten von ihm, den angestrebten Umbau �sterreichs durchzuf�hren und sie an der Macht zu beteiligen. Steidle warnte jedoch von Anfang an vor dem "Beamtentypen" Schober, der die faschistischen Tendenzen der Heimwehr ablehnte. Noch im gleichen Monat reiste Pabst nach Italien und schlo� in Rom ein Abkommen, um den Faschismus in �sterreich zu installieren. Pfrimer nahm schon im Oktober eine drohende Position ein und erinnerte den Kanzler an den Volkswillen. Die Italiener wiederum mahnten Steidle, gegen�ber Schober Geduld zu zeigen.
Zur gleichen Zeit driftete die Bewegung wieder auseinander. Pfrimer war �ber Angriffe des St�ndestaats-Theoretikers Othmar Spann ver�rgert und brach alle Kontakte nach Tirol ab. Der geschw�chte Steidle schaffte es nicht, Garantien von Schober zu erhalten. Am 1.11.1929 legte Pabst der Heimwehrf�hrung in Wien ein Aktionsprogramm vor. Die Verfassungsreform (St�rkung des Pr�sidenten, St�ndeparlament, Einschr�nkung der Opposition, Aufhebung des Bundeslandes Wien) sollte nur der Anfang sein, um eine bessere Basis zu schaffen. Endziel war der St�ndestaat, in dem der Nationalrat durch ein St�ndeparlament ersetzt werden sollte. Deutschland sollte mit Hilfe des vom neuen �sterreich aus unterst�tzten Stahlhelm wieder zur Gro�macht erhoben werden, um gegen den Westen anzutreten. Zur gro�en Entt�uschung ber�cksichtigte die Verfassungsnovelle vom 7.12. die Forderungen der Heimwehr keinesfalls.
Am 6.2.1930 unterzeichnete der gerissene Schober einen Freundschaftsvertrag mit Italien, stellte sich als Verfechter einer rechten Einheitsfront dar und man�vrierte Steidle somit aus. Auf der Suche nach Bundesgenossen trat einen Monat darauf Starhemberg mit den Nationalsozialisten in Verbindung.
Im Korneuburger Eid gab sich die Heimwehr am 18.5.1930 endlich ein politisches Programm. Man fordere den "Volksstaat des Heimatschutzes", der zum Wohl des Volkes Staat und Wirtschaft neu ordnen sollte. Eigene Vorteile und Parteipolitik sollten diesem Kampfziel untergeordnet werden. Der westliche Parlamentarismus und der Parteienstaat wurden verworfen. Die neue Ordnung sollte auf der Selbstverwaltung der St�nde aufgebaut sein, mit einer aus f�hrenden St�ndevertretern und den bew�hrtesten Heimwehrf�hrern gebildeten starken F�hrung. Die Heimwehr sagte der Zersetzung des Volkes durch den marxistischen Klassenkampf und liberalen Kapitalismus den Kampf an. Die Wirtschaft sollte sich auf berufsst�ndischer Grundlage selbst verwalten. Zur �berwindung des Klassenkampfes waren soziale W�rde und Gerechtigkeit zu schaffen. Eine gemeinn�tzige und "bodenstarke" Wirtschaft w�rde den allgemeinen Wohlstand heben. Der Staat als Verk�rperung des Volksganzen wacht dar�ber, da� die St�nde der Volksgemeinschaft verpflichtet sind.
Privat ging Starhemberg auf Distanz zu dem Eid, um sich nicht festzulegen. Er n�herte sich Schobert an und stattete auch Mussolini einen Besuch ab. Die Gro�deutschen lehnten Unterstellung unter die Heimwehr ab. Steidle lie� alle Politiker, die nicht den Korneuburger Eid leisten, aus der Heimwehr ausschlie�en. Die angestrebte Zersetzung der Demokratie von innen heraus scheiterte. Schober selbst lehnte das Dr�ngen ab, sich auf die Seite der Heimwehren zu schlagen. Der Landbund fa�te gar einen Unvereinbarkeitsbeschlu�, aber die Christlichsozialen �berlie�en es ihren Abgeordneten, ob sie den Eid leisteten oder nicht. Schober schlug zur�ck und lie� Pabst am 15.6. nach Italien ausweisen. Der christlichsozial orientierte Heimwehrverband Nieder�sterreich unter Julius Raab zieht sich aus der Gesamtbewegung zur�ck.
Mit Schober und der Industrie im R�cken wurde Starhemberg am 2.11.1930 zum neuen Bundesf�hrer gew�hlt.
Eine Verbreiterung der Front durch die Nationalsozialisten scheiterte an deren Forderung nach Gleichberechtigung. Kurz darauf l�ste der triumphale Wahlsieg der NSDAP in Deutschland ein explosionsartiges Wachstum des �sterreichischen Ablegers aus. Schon am 25.11. kapitulierte Schober vor Starhembergs Freunden und wich einer Regierung unter Vaugoin. Starhemberg �bernahm das Innenministerium, sein Heimwehrkamerad Franz Hueber das Justizministerium. Schober fungierte fortan als Au�enminister und Vizekanzler. F�r Neuwahlen l�ste man den Nationalrat auf, doch diese endeten am 9.11. mit einer empfindlichen Schlappe des auf Initiative Starhembergs gegr�ndeten Heimatblocks (6,16 %).
Sofort regten sich die Gegner des F�rsten innerhalb der Bewegung. Pabst kehrte zur�ck und erkl�rte, mit dem Stimmzettel sei noch kein Volk in die H�he gebracht worden. Die Heimwehr m�sse in allern�chster Zeit die Macht �bernehmen. Wiens Heimwehrf�hrer Major Emil Fey hatte bereits vor der Wahl Kontakt zu den Nationalsozialisten aufgenommen. Das Wahlfiasko trieb gro�e Teile der Einheiten in Tirol und Vorarlberg in die Arme der Christlichsozialen, w�hrend die Anh�nger des Nationalsozialismus zusehends ins Potential der Bewegung einbrachen.
Pfrimer forderte im Fr�hjahr bereits den Staatsstreich gegen die Mi�wirtschaft der Parlamentarier. Kurz darauf st�rzte die Regierung Vaugoin �ber eine Finanzkrise.
Am 12.11.1931 schlug Pfrimer in der Steiermark los und putschte gegen die verha�te Republik. Starhemberg schien in die Vorbereitungen verwickelt zu sein. Die 14.000 Mann wurden von den anderen F�hrern schm�hlich im Stich gelassen. Einen Tag sp�ter gab Pfrimer auf. Er konnte Waffen und Uniformen mit Billigung der Polizei in Sicherheit bringen und fl�chtete nach Jugoslawien. Die Bewegung st�rzt in v�llige Verwirrung. Starhemberg hatte sich auf seine G�ter zur�ckgezogen, Pabst verlie� �sterreich, Pfrimer n�herte sich immer mehr der NSDAP an und Fey revoltierte offen gegen den Bundesf�hrer. Bezeichnenderweise hielten Heimwehr und NSDAP am 31.10. in Graz eine gemeinsame Gro�veranstaltung ab. Pfrimer wurde am 18.12. im Hochverratsproze� freigesprochen. Anschlie�end zeigten Angeklagte und Sch�ffen gemeinsam den R�mischen Gru�.
Der Zulauf zu den Nationalsozialisten hatte mittlerweile erdrutschartigen Charakter angenommen. Alleine die (im Fr�hjahr 1933) 600.000 Arbeitslosen waren ein gutes Argument f�r die NSDAP. Langsam �berfl�gelte die NS-Bewegung die Heimwehren, die zudem von Geldmangel geplagt wurden und teilweise nicht mehr aktionsf�hig waren.
Nach dem Landtagswahlen vom 24.4.1932 entwickelte sich das nationale Lager in �sterreich zum Lager des Hakenkreuzes. Starhemberg hatte Hitler bereits unter Bedingungen seinen Beitritt zur NSDAP angeboten. Die Sogwirkung wurde durch den neuerlichen Wahlsieg Hitlers in Deutschland am 31.7. weiter verst�rkt, au�erdem starben zu dieser Zeit mit Schober und Seipel zwei Hauptvertreter des Legalismus.
Im September parierte Starhemberg die Revolte von 172 nationalsozialistisch beeinflu�ten Heimwehreinheiten gegen seine Bundesf�hrung durch ein B�ndnis mit Mussolini, das dem F�rsten endlich wieder Geld und Waffen sicherte.
Die seit Mai amtierende Regierung unter dem Christlichsozialen Engelbert Dollfu� berief am 17.10. den Starhemberg-Rivalen Emil Fey zum Sicherheitsminister. Zwei Tage sp�ter n�herte der Kanzler sich durch ein Aufmarschverbot f�r Schutzbund und uniformierte NS-Gruppen weiter an die Heimwehr an. Auf der anderen Seite wurde Pfrimer bereits illegal vom Reichswehrministerium in Berlin unterst�tzt. Starhemberg bem�hte sich weiterhin vergebens um eine Ann�herung an Hitler, die jedoch an seiner Ablehnung der �sterreichischen NS-F�hrer ("Tschechenst�mmlinge" und "Austrobolschewisten") scheiterte.
Nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland schlug Dollfu� einen offen autorit�ren Kurs ein. Ein Eisenbahnerstreik wurde durch Milit�reinsatz gebrochen. Die Entscheidung fiel am 4.3.1933. Eine tumultartige Mi�trauensabstimmung gegen Dollfu� wurde infolge des R�cktritts aller drei Nationalratsvorsitzenden nicht ordnungsgem�� geschlossen.
Bundespr�sident Miklas stellte sich hinter den Kanzler, der nun nach dem Kriegswirtschaftlichen Erm�chtigungsgesetz von 1917 mit Notverordnungen regieren konnte. Eine ordnungsgem��e Beendigung der Abstimmung wurde von der Polizei verhindert. Ende M�rz wurde der Schutzbund verboten, und am 13.4. gewann der neue Diktator die Unterst�tzung Italiens f�r die Unabh�ngigkeit �sterreichs. Das Verh�ltnis zum Reich und zum Nationalsozialismus verschlechterte sich dramatisch.
W�hrend Pfrimer und seine Unterf�hrer am 1.5.1933 in der Berliner Reichskanzlei Hitler bedingungslose Treue gelobten, organisierte Starhemberg in Wien (mit italienischem Geld) den bislang gr��ten Heimwehraufmarsch. 40.000 Mann zogen zum Gedenken an den 250. Jahrestag der Befreiung Wiens von den T�rken auf. Dollfu� k�ndigt die Schaffung eines neuen Staates auf christlicher und deutscher Grundlage an. Walter Pfrimer verwies auf die Beteiligung von Kommunisten, Sozialisten, Ungarn und Kroaten und nannte den Aufmarsch eine Schande f�r �sterreich.
Als Staatspartei entstand am 20.5.1933 die Vaterl�ndische Front VF. Bundesf�hrer Dollfu� ernannte seinen Stellvertreter und den beratenden F�hrerrat. Die lokalen Parteigruppen sollten von je einem Vertreter des Gewerbes, der Bauern und der Arbeiter geleitet werden. Was indessen fehlte, war eine Ideologie. Starhemberg betrachtete die VF als klerikales Hindernis auf dem Weg zum Faschismus. Die NSDAP antwortete mit blankem Terror auf das neue Regime und erhielt am 19.6. Bet�tigungsverbot. Im September willigte Dollfu� in Verfassungs�nderungen hin zum Faschismus ein und ernannte Fey zum Vizekanzler. Zur Ausschaltung innerer Gegner entstanden Anhaltelager. Am 27.9.1933 trat die Heimwehr kollektiv in die VF ein, ohne jedoch ihre Organisation aufzul�sen. Starhemberg l�ste den Heimatblock auf und wurde zum stellvertretenden Bundesf�hrer ernannt. Steidle, Fey und Starhemberg w�hnten sich dem faschistischen Staat nahe, trafen jedoch auf den Widerspruch der Klerikalen, die ihre F�hrung nicht aufgeben wollten. Zur Absicherung nahmen Fey und andere erneut Kontakte zu den Nationalsozialisten auf.
In K�rnten, der Steiermark, Salzburg und im Burgenland war der Gro�teil der Mitglieder zur NSDAP gegangen. Am 21.11. richtete Starhemberg scharfe Angriffe gegen den von Berlin ferngesteuerten Nationalsozialismus. Er forderte die Einigung Deutschlands unter F�hrung Wiens. Ohne die Heimwehr k�nne Dollfu� nicht regieren, und wenn der Kanzler nicht bald handele, w�rde man zur Selbsthilfe greifen. Im Dezember verhandelten mit Fey, Graf Alberti, Starhemberg und Steidle bereits vier Heimwehrf�hrer mit den Nationalsozialisten. Sie versuchten einander auszustechen und waren sich nur im Ha� auf Dollfu� einig, der ihre Bewegung zusehends kaltstellte. Mit Druck und Gewalt bek�mpfte die Heimwehr bereits den Aufbau der Ostm�rkischen Sturmscharen, einer Konkurrenzmiliz der VF.
Ende Januar 1934 dr�ngten die Heimwehren bei einem Aufmarsch in Innsbruck auf autorit�re und st�ndestaatliche Reformen. Die Verwaltung soll ges�ubert werden. Jedem Bezirkshauptmann sollte ein Heimwehrf�hrer zur Seite gestellt, bestimmte St�dte durch Sonderkommissare verwaltet werden. Nach Aufl�sung aller Parteien sollte ein st�ndiger Landesausschu� aus Heimwehr und Landbund den Landeshauptleuten zur Seite stehen. Nur in Salzburg war die Verwaltung entgegenkommend, und am 4.2. st�rzte Steidle die Tiroler Landesregierung und ersetzte sie durch einen autorit�ren Ausschu�.
Trotz aller Spannungen griff die Heimwehr auf Seiten der Regierung ein, als Dollfu� am 12.2. einen auf Wien und Linz beschr�nkten Aufstand der Sozialisten provozierte. Das Ergebnis war die v�llige Zerschlagung der sozialistischen Organisationen. Alleine in Wien fanden 1500 Linke und 49 Mann Regierungstruppen den Tod. Zahlreiche verbitterte Sozialisten str�mten in die Reihen der NSDAP, die in �sterreich wesentlich weiter links stand als in Deutschland.
Da es der Heimwehr an konstruktiven K�pfen fehlte, wurde sie trotz ihres scheinbaren Triumphs und ihrer St�rke von bis zu 65.000 Mann von Dollfu� noch immer von der Macht ferngehalten. Am 17.3.1934 vereinbarten Italien, �sterreich und Ungarn in den R�mischen Protokollen wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit.
Am 30.4.1934 nahmen die noch 91 Abgeordneten des Nationalrats die neue Verfassung an. Ein Bundesrat aus 59 Mitgliedern, die von verschiedenen anderen R�ten delegiert wurden, konnte die Regierungsvorlagen annehmen oder ablehnen. Er hatte kein Recht, sie zu debattieren. Ferner gab es R�te f�r Kultur, Wirtschaft und L�nder sowie den Staatsrat. Alle Mitglieder wurden ernannt und hatten nur beratende Funktion. Der Bundespr�sident wurde fortan von den B�rgermeistern gew�hlt. Grundlage des Gesamtaufbaus waren die (nicht gebildeten) St�nde Industrie, Gewerbe, Handel und Verkehr, Geld- und Versicherungswesen, Freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft und �ffentlicher Dienst. Bis 1938 wurden nur die beiden letzten St�nde geschaffen. Jede Untergruppe eines Standes sollte Unternehmer, Angestellte und Arbeiter umfassen. Die Verfassung wurde am 1.5. verk�ndet und trat am 31.10. in Kraft.
Als Antwort auf den austrofaschistischen Kurs Wiens kam es am 25.7.1934 zum Aufstand der Nationalsozialisten.
Infolge des Massakers unter ihren reichsdeutschen Kameraden im sogenannten R�hm-Putsch blieb die SA zun�chst neutral, und das Unternehmen der SS in Wien scheiterte. Dollfu� wurde bei einem Handgemenge t�dlich verwundet, sein Nachfolger wurde der bisherige Justizminister Kurt Edler von Schuschnigg. Mit einiger Verz�gerung erhoben sich dann SA und Pfrimer-Heimwehr, standen aber gegen das Bundesheer und die Starhemberg-Verb�nde auf verlorenem Posten. Die Rebellen verloren 394 Gefallene, die Regierungstruppen 200. Anschlie�end wurden 12 Putschisten hingerichtet und 60 zu lebenslanger Haft begnadigt.
Die NS-Gliederungen reorganisierten sich schnell wieder, und auch Starhemberg prophezeite am 20.1.1935 die baldige Auseinandersetzung mit Schuschnigg und dem politischen Katholizismus. Im M�rz wandten sich die Heimwehren von Ober�sterreich und Salzburg in scharfer Form gegen den klerikalen Einflu� innerhalb der VF und erkl�ren, man m�sse die Christlichsozialen als Relikt des Parlamentarismus ausrotten. Auch in K�rnten und Tirol g�rte es, wobei Steidle bereits als Konsul nach Trier abgeschoben wurde. Wortf�hrer des revolution�ren Fl�gels waren Steidle und Fey.� In Nieder�sterreich kam es bereits zu massiven �bergriffen der Heimwehr gegen die klerikalen Sturmscharen. Die lokalen Einheiten entglitten zusehends der Regierungskontrolle. Um diese gef�hrliche Opposition auszuman�vrieren, n�herte Wien sich dem Haus Habsburg an und hob dessen Landesverweisung auf. Der Monarchismus, von den v�lkisch und nationalsozialistisch gesonnenen Kr�ften als separatistisch betrachtet, wurde gef�rdert. Ferner strebte Schuschnigg an, die gem��igten Nationalisten in die VF einzugliedern, die somit noch heterogener werden w�rde.
Am 17.10.1935 wurde Fey als Vizekanzler entlassen und durch den verl��licheren Starhemberg ersetzt. Die Heimwehr forderte nun eine erneute Regierungsumbildung und das Heeresministerium, was Schuschnigg auf keinen Fall zulassen wollte. Starhemberg schwankte noch immer, und Anfang 1936 lobte er gegen�ber dem deutschen Botschafter von Papen Hitler als ersten Staatsmann, der die Gefahr der bolschewistisch-freimaurerischen Weltverschw�rung erkannt habe. Im Januar hielt die VF ihren ersten Bundesappell ab, auf dem Starhemberg ein politisches Programm ank�ndigt. Es sollte niemals erscheinen. Zur Irritation der Heimwehrfraktion verbreitete er sich ausf�hrlich �ber die Wiedereinf�hrung der Monarchie. Der F�rst versuchte, Schuschnigg auszustechen, da er neben Monarchisten und Nationalsozialisten auch die Italiener hofierte. Seit Herbst 1935 kam es durch den italienischen �berfall auf Abessinien und Hitlers Nichtbeteiligung an Wirtschaftssanktionen zur schrittweisen Ann�herung Deutschlands und Italiens.
Laut Papen griff Starhemberg die Regierung am 29.4.1936 scharf an. Er verlangte, �sterreich solle mit Italien und dem Nationalsozialismus gegen den Bolschewismus zusammengehen. Diese Ann�herung hielt er jedoch nur f�r m�glich, wenn man sich von den Demokraten trennen w�rde. Auf der folgenden Maidemo in Wien kam es zu Zusammenst��en zwischen der Heimwehr und Regierungsgewerkschaftern. Auch am 12.5. konnten sich der F�rst und Schuschnigg nicht �ber eine Verst�ndigung mit Berlin einigen. Erneut gipfelte eine Kundgebung in Auseinandersetzungen.
F�rst Starhemberg schaufelte sich indessen sein eigenes Grab, als er am 13.5. Mussolini ein Gl�ckwunschtelegramm zur Eroberung Abessiniens sandte. Schuschnigg nutzte die Chance und entlie� ihn als Vizekanzler und Bundesf�hrer der VF. Starhemberg wurde Vorsitzender des VF-Mutterschutzwerkes, blieb aber Bundesf�hrer der Heimwehr. Innenminister Eduard Baar-Baarenfels, von Schuschnigg als Kommandeur einer geplanten Bundesmiliz vorgesehen, schl�gt der Heimwehr vergebens einen Putsch vor. Am 15.5. unterstellte der Kanzler sich die VF pers�nlich.
Eine Aktion der Heimwehren im Sommer scheiterte am Gegensatz zwischen Fey und Starhemberg. Im September entlud sich der Konflikt, als unter Fey und Major Lahr Wien, K�rnten und Tirol gegen den inkompetenten Bundesf�hrer rebellierten. Sie konnten sich nicht durchsetzen und trennten sich von Starhemberg, um eine Ann�herung an die gem��igten Nationalisten durchzuf�hren.
Es war zu sp�t, denn am 10.10.1936 l�ste Schuschnigg alle Wehrverb�nde auf und erkl�rte die Frontmiliz der VF unter dem Veteranen H�lgerth zur einzig legalen milit�rischen Organisation neben dem Bundesheer. Vergebens forderte Starhemberg seine "Kameraden" in der Regierung zum R�cktritt auf, und auch sein Wunsch, die Frontmiliz zu �bernehmen, wurde abgewiesen. Am 3.11. entlie� Schuschnigg alle ehemaligen Heimwehrf�hrer aus dem Kabinett und ernannte H�lgerth zum Vizekanzler. Erstmals r�ckten dem Nationalsozialismus nahestehende Politiker in die Regierung auf.
Die Reste der Heimwehren fanden sich im Verband Alt-Heimatschutz zusammen. Reibungen zwischen den Anh�ngern Feys und Starhembergs blieben an der Tagesordnung. Viele Heimwehrm�nner schlossen sich den Nationalsozialisten an, auch wenn Pfrimer als unbequemer Konkurrent von den Hitleristen ausgeschaltet wurde. Die Austrofaschisten hatten ihre Vaterl�ndische Front des einzig aktiven Elements beraubt, was sich 1938 f�r sie schmerzhaft bemerkbar machen sollte. Schuschniggs Schaukelkurs zwischen Monarchisten und gem��igten Nationalisten m�ndete direkt in den von ihm selbst provozierten Anschlu� an Deutschland. Nach dem Anschlu� ereilte viele Heimwehrf�hrer die Rache der konkurrierenden Nationalsozialisten. F�rst Starhemberg setzte sich ins Ausland ab und arbeitete im Krieg f�r die britische Propaganda. Major Pabst scheint noch in den deutschen Staatsstreichvorbereitungen w�hrend der Sudetenkrise eine Rolle gespielt zu haben. Emil Fey nahm sich am 16.3.1938 zusammen mit seiner gesamten Familie das Leben. Robert Hecht, Vater der austrofaschistischen Verfassung, fand am 30.5.1938 in Dachau den Tod, w�rend Richard Steidle am 30.7.1940 in Buchenwald ermordet wurde.